Ratgeber Krankenkasse | Kurzinfo Herzinfarkt

Ratgeber Krankenkasse | Interview mit Professor Dr. med. Volker Klauss,
Facharzt für Innere Medizin und Kardiologie in München

 Wie kündigt sich ein Herzinfarkt an? Damit das Herz schlagen kann, benötigt es unter anderem ausreichend  Sauerstoff. Zuständig dafür sind die Herzkranzgefäße, die Koronararterien. In manchen Fällen werden diese Gefäße, die anfänglich noch glatt und dehnbar waren, eng und steif. Grund dafür sind Ablagerungen aus Fett oder Kalk – sogenannte Plaques. Durch diese ist eine ausreichende Blutversorgung des Herzmuskels nicht mehr gewährleistet. Mediziner sprechen in diesem Fall von einer KHK, einer koronaren Herzerkrankung. Patienten können – besonders bei Anstrengung oder Aufregung – fortschreitend Herzschmerzen mit Ausstrahlung oder ein Engegefühl in der Brust sowie Kurzatmigkeit verspüren. Bei einer vollständigen Blockade eines Gefäßes droht ein Herzinfarkt.

 Was passiert bei einem Herzinfarkt? Tritt ein akuter Verschluss eines Herzkranzgefäßes auf, erleidet der Patient einen Herzinfarkt, wenn das Gefäß nicht sofort wieder aufgemacht wird. Dann stirbt der Herzmuskel ab und das Herz kann unter Umständen seiner Funktion, also Blut durch den Körper zu pumpen, nicht mehr ausreichend nachkommen.  

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Haben Frauen andere Symptome als Männer? Die klassischen Erkennungszeichen, wie etwa vernichtende Schmerzen im Brustraum mit Ausstrahlung in die Arme, den Oberbauch, in den Rücken oder in den Hals beziehungsweise Kiefer, verspüren Frauen im Vergleich zu Männern deutlich weniger häufig. Sie haben eher unspezifische Symptome wie starke Kurzatmigkeit, Übelkeit oder Erbrechen. Demzufolge kommen sie eher später in die Klinik und erhalten auch seltener als Männer eine leitliniengerechte Behandlung.

 Gibt es auch unentdeckte Infarkte? Es gibt auch Infarkte, die nur leichte Symptome erzeugen und erst später, beispielsweise durch ein EKGs im Rahmen während einer Vorsorgeuntersuchung, festgestellt werden. Mediziner sprechen dann von einem stummen Infarkt. V.a. Menschen mit Diabetes mellitus sind davon betroffen. Häufig geht mit einem stummen Infarkt eine Herzschwäche einher, welche sich dauerhaft auf den Alltag des Patienten auswirkt. Zudem besteht ein hohes Risiko für einen weiteren Infarkt.

 Was ist die Folge davon? Für die Therapie stehen verschiedene Verfahren zur Wahl. Neben einer Veränderung der Lebensgewohnheiten sowie einer medikamentösen Therapie lässt sich das verschlossene Infarktgefäß durch die Implantation eines Stents öffnen. Um Ärzte bei der Entscheidung zur bestmöglichen Therapie bei weiteren Gefäßverengungen zu unterstützen, gibt es eine diagnostische Technologie – die Messung der Fraktionellen Flussreserve (FFR). Diese ermöglicht eine detaillierte physiologische Analyse der Verengungen der Gefäße. Ärzte können damit den Schweregrad der Durchblutungsstörung messen und anhand  des daraus ermittelten sogenannten FFR-Werts feststellen, ob eine Behandlung erforderlich ist und der Patient einen oder mehrere Stents benötigt.

Wie merke ich, wenn mein Gegenüber einen Infarkt erleidet? Beispielsweise wenn das Gegenüber an mehr als fünf Minuten andauernden Schmerzen im Brustbereich, die aber auch in Arme, Oberbauch oder in die Schulterblätter ausstrahlen können, leidet. Auch ein massives Engegefühl oder ein heftig brennendes Gefühl in der Brust, Übelkeit und Erbrechen oder Angstschweiß auf fahler Haut können darauf hindeuten.

 Was muss ich dann tun? Erkennen Menschen diese Anzeichen bei sich selbst oder beim Gegenüber, müssen sie sofort den Notarzt rufen. Bereits hierbei sollte erwähnt werden, dass ein Verdacht auf Herzinfarkt besteht.

Kundenmagazin-50-plusGibt es so etwas wie eine Vorsorgeuntersuchung? Regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen sind wichtig, um das Risiko für einen Infarkt vorzeitig zu erkennen. Das gilt besonders für Menschen mit Risikofaktoren. Bei den Vorsorgeuntersuchungen ist besonders wichtig die Frage nach Krankheitssymptomen und Risikofaktoren. Dann erfolgen eine ausführliche körperliche Untersuchung sowie ein EKG, ein Herzultraschall und ein Belastungstest. Wenn der Verdacht auf eine Verengung der Koronararterien besteht, wird ein Herzkatheter durchgeführt.

 Gibt es einen Zusammenhang zwischen Schlaganfall und Infarkt? Ein Schlaganfall wird auch als Hirninfarkt bezeichnet. Nimmt man dieses Wort, wird auch die Abgrenzung bzw. der Unterschied deutlich. Während in Folge eines Herzinfarkts Teile des Herzmuskels nicht mehr durchblutet werden, geschieht das Gleiche bei einem Schlaganfall im Gehirn.   

 Gibt es ein besonders gefährdetes Alter? Während bei Männern die Rate an Todesfällen aufgrund von Herz-Kreislauf-Erkrankungen abnimmt, sinkt sie bei Frauen weniger stark und steigt zwischen dem 40. und 60. Lebensjahr sogar an.

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Was sind die Risiko-Faktoren für einen Infarkt? Risikofaktoren sind unter anderem Rauchen, Bewegungsmangel und Übergewicht, Bluthochdruck, Diabetes mellitus, erhöhtes Cholesterin sowie eine koronare Herzerkrankung bei Geschwistern und Eltern.

 Wie kann ich einem Infarkt vorbeugen? Wer auf einen gesunden Lebensstil achtet, kann einem Herzinfarkt vorbeugen. Dazu trägt gesunde und ausgewogene Ernährung bei. Empfohlen wird eine fettarme Ernährung mit viel Obst und Gemüse. Auch ausreichend Bewegung und das Vermeiden von Übergewicht tragen zu einem gesunden Herz-Kreislauf-System bei.    

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Ratgeber Krankenkasse | Behandlungsfehler

Ratgeber Krankenkasse | Ärztliche Behandlungsfehler sind äußerst schwierig nachzuweisen. In einem Pilotprojekt ist die AOK-Nordwest gemeinsam mit Patienten mehr als 10.000 Fällen nachgegangen. Behandlungsfehler und daraus resultierende Ansprüche für die Patienten gelangen aber nur in jedem fünften Fall. In Westfalen-Lippe hat das Kompetenzzentrum seit Gründung vor 15 Jahren 7300 Versicherten und in Schleswig-Holstein 3800 Versicherten zur Seite gestanden. 27,2 Millionen Euro habe die AOK Nordwest für sich erstritten, so viel wie kein anderer AOK-Verband. Die betroffenen Patienten haben nach Thomsens Schätzung etwa ebenso viel Geld erhalten.

Vor allem in den operativen Fachrichtungen wie Chirurgie, Orthopädie oder Gynäkologie wird häufig der Vorwurf eines Behandlungsfehlers erhoben. «Hier sind mögliche Fehler für die Versicherten eher ersichtlich, zum Beispiel bei Lähmungen oder Verbrennungen nach Operationen», sagt der Leiter des Kompetenzzentrums, Holger Thomsen.


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Behandlungsfehler nur in 20 % der Fälle nachweisbar

Durchsetzen kann das Kompetenzzentrum aber nur Forderungen eines kleinen Teils der Betroffenen. Nur in jedem fünften Fall sei ein Behandlungsfehler nachzuweisen gewesen. In 80 Prozent der Fälle seien es nur übliche Komplikationen gewesen oder Schäden nicht nachweisbar.

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Ratgeber Krankenkasse | AOK-Fehlzeitenreport

Ratgeber Krankenkasse | Jahr für Jahr analysiert Deutschlands größte Krankenkasse die Daten ihrer Versicherten: In welcher Berufsgruppe haben sich besondere viele Mitarbeiter krankgemeldet – und warum?

AOK-Fehlzeitenreport 2017

Insgesamt blieb der Krankenstand bei den 12,5 Millionen AOK-Versicherten 2016 im Vergleich zum Vorjahr mit 5,3 Prozent stabil. Damit fehlte jeder Beschäftigte im Durchschnitt 19,4 Tage aufgrund einer ärztlichen Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung.

Arbeitnehmer fallen immer häufiger wegen stressbedingter Probleme im Job aus. Laut einer AOK-Umfrage stieg die Zahl dieser Krankschreibungen in den vergangenen zehn Jahren um fast 80 Prozent an. Und es dauert in solchen Fällen im Schnitt fast doppelt so lange, bis es den Betroffenen wieder besser geht. Mehr im Video…

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Arbeitsrecht Krankschreibung

Ratgeber Krankenkasse | Muss ich wegen Krankschreibung gleich im Bett bleiben?

Krankschreibung … Was darf ich und was nicht ?

Grundsätzlich gilt, dass krankgeschriebene Mitarbeiter sich gesundheitsfördernd verhalten müssen. Was das konkret bedeutet, unterscheidet sich von Fall zu Fall. So haben deutsche Gerichte im Einzelfall entschieden:

Totz Grippe-Krankschreibung im Fitnessstudio ? Der Angestellte erhielt die fristlose Kündigung. Doch das Landesarbeitsgericht Köln spielte nicht mit: Der Mann habe im Fitnessstudio lediglich leichtere Übungen gegen Nackenverspannungen ausgeführt. Diese seien dazu geeignet, die Genesung voranzubringen (AZ: 9 Sa 1581/10).

Ratgeber-Krankenkasse-2015Leistungssport kann okay sein, wenn er die Genesung nicht beeinträchtigt. Ein Mitarbeiter hatte sich das linke Schulterblatt gebrochen und war daraufhin länger arbeitsunfähig. Zwölf Tage nach dem Unfall absolvierte der Leistungssportler einen 53-Kilometer-Lauf in Österreich, kurz darauf nahm er am Schwäbische-Alb-Marathon teil. Der Arbeitgeber kündigte fristlos.

Zu Unrecht, wie das Arbeitsgericht Stuttgart entschied (AZ: 9 Ca 475/06). Denn der Marathonläufer hatte sich von seinem Arzt bescheinigen lassen, dass die Läufe den Heilungsprozess nicht beeinträchtigten.

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